🇸🇸 Südsudan: Ein Land am Rand einer neuen Tragödie

Im Südsudan wächst die Angst vor einer neuen Katastrophe. UN‑Experten warnen, dass das Land erneut in eine Spirale brutaler Gewalt gegen Zivilisten stürzen könnte. Besonders im Bundesstaat Jonglei eskalieren die Kämpfe zwischen Regierungstruppen von Präsident Salva Kiir und den Rebellen der SPLA‑IO, die dem inhaftierten Oppositionsführer Riek Machar nahestehen. In der Region, die schon so viel Leid erlebt hat, rücken Regierungstruppen und Rebellen wieder aufeinander zu.

Zwischen ihnen: Familien, die nur überleben wollen.

Militärführer sprechen inzwischen offen von „Säuberungen“ und fordern Menschen auf, ihre Dörfer zu verlassen — Worte, die in diesem Land zu oft Vorboten von Massakern waren. Zwischen 2013 und 2018 kamen ca. 400 000 Menschen durch Kämpfe ums Leben.

Viele fliehen erneut, mit nichts als dem, was sie tragen können. Andere bleiben zurück, weil sie zu alt, zu krank oder zu arm sind, um zu gehen.

Während die politischen Eliten ihre Machtkämpfe austragen, kämpfen die Menschen vor Ort mit Hunger, Krankheit und Überschwemmungen. Die UN mahnt eindringlich: Wer jetzt zu Gewalt aufruft, trägt Verantwortung für das, was kommt. Doch die Warnungen verhallen in einem Land, das seit Jahren zwischen Hoffnung und Horror pendelt.

Das Leiden der Menschen geht wieder in eine neue Runde – und die Weltgemeinschaft schaut weiter zu!

Kein Frieden in Sicht

Seit 70 Jahren taumelt der Südsudan von einem Bürgerkrieg in den nächsten. Ohne Aussicht auf Besserung leben die Menschen in Not und Elend.

Als ich 1980 mit dem damaligen Gouverneur von Western-Equatoria von Yambio nach Juba fuhr, sagte er:

„Wenn wir hier im Süden die Unabhängigkeit erlangen, wird es auch keinen Frieden geben. Dann werden wir uns gegenseitig bekämpfen!“

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Übergabe eines Leprazentrums

Im November 1979 wollte ich eigentlich von Khartum nach Juba fliegen, um meinen neuen Posten als medizinischer Leiter des German Medical Team im Süd-Sudan anzutreten. Ich hatte mich im Gesundheitsministerium in der Hauptstadt des Sudan vorgestellt und die Erlaubnis zur Ausübung meiner Tätigkeiten erhalten.

Aber es gab keine Flüge nach Juba. Eine Eisenbahnverbindung gab es nicht und der Landweg war praktisch ausgeschlossen.

Aber der Zufall wollte, dass eine Delegation der Deutschen Botschaft, Repräsentanten des Deutschen Aussätzigen Hilfswerks (DAHW) und des sudanesischen Gesundheitsministeriums eine Maschine nach Wau in die Bar-El-Gazahl-Provinz gechartert hatten. Bei Wau sollte das vom DAHW errichtete Lepra-Zentrum Agok formell an die sudanesische Regierung übergeben werden.

Ich ergatterte eine Mitflug-Gelegenheit…

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